Grünes Licht für Möbel-Lutz

On 31. Juli 2012 by Detlef Rochow

Villingen-Schwenningen. Dass der Gemeinderat am vorletzten Freitag mit vier Enthaltungen, vier Gegenstimmen und ansonsten deutlicher Mehrheit den Bebauungsplan zugestimmt hat, der es XXXLutz erlaubt, ein großes Einrichtungshaus an den Rand der Stadt zu bauen, ist nicht verwunderlich – es geht ums Geld. Dass Renate Breuning (CDU) im Gemeinderat den nachfolgenden Satz zu Protokoll gab, zeigt jedoch, dass Lutz jenseits allen Selbstlobs ein Problem hat. Breuning: „Die wenigen Vollzeitstellen, die die österreichische Möbelhauskette schafft, das ist die Verschandelung des Stadtbildes nicht wert. Hier müsste auch die SPD dagegen stimmen.“ Außerdem sei Lutz bekannt für schlechte Arbeitsbedingungen. Bernd Schenkel (SPD) wies die Kritik zurück: „Es könne nicht Aufgabe des Gemeinderates sein, ein Vorhaben zu verhindern, das von der Mehrheit der Bevölkerung gewünscht werde.“ Die schlechten Arbeitsbedingungen im Handel, so Schenkel zu Breuning, „lösen wir hier in Villingen Schwenningen  nicht“. Da hat er recht – aber  XXXLutz sollte schleunigst etwas für den guten Ruf tun. Am einfachsten wäre es, wenn XXXLutz  tatsächlich ein schlechter Arbeitgeber ist. Dann sollten die Österreicher sich einfach bessern – und darüber reden. Das hilft XXXLutz, den Mitarbeitern, den Kunden und dem Ruf. Nach der Zustimmung des Gemeinderates hat XXXLutz nun drei Jahre Zeit, mit dem Bau zu beginnen. Das Abstimmungen nicht immer pro Möbelhaus ausgehen, zeigt der nächste Beitrag: „Oberkirch lehnt Möbel-Center in Offenburg ab.“

XXXLutz-Niederlassung Prag - Quelle: Pressestelle XXXLutz

Schon bald auch in Villingen-Schwenningen: Eine neue Niederlassung von XXXLutz. Hier im Bild die Niederlassung Prag – Quelle: Pressestelle XXXLutz

Oberkirch lehnt Möbel-Center in Offenburg ab

Oberkirch. Braun-Möbel plant ein großes Einrichtungscenter in Offenburg – und im Rahmen des Raumordnungsverfahrens sind alle Gemeinden, die im Einzugsgebietes des neuen Hauses liegen, aufgefordert worden, Stellung zu nehmen. Oberkirch lehnt die Ansiedelung von Möbel-Braun einstimmig ab. So hat zumindest der Bau- und Umweltausschuss entschieden. „Die Stadt Oberkirch sieht in der Errichtung des geplanten Braun-Möbel-Centers in Offenburg eine zu große Sortiments-Konzentration. Der Kaufkraftabfluss wird als zu groß kritisiert.“ Dies schrieb die Badische Zeitung vor wenigen Tagen.

Die Oberkircher haben ihre Hausaufgaben gemacht: Das Center mit einer Verkaufsfläche würde auf 28 000 Quadratmetern Möbel und Küchen anbieten, auf weiteren 3000 Quadratmetern Lampen und Leuchten, Teppiche sowie Haushaltswaren, Hausrat, Glas, Porzellan, Keramik, Geschenkartikel, Heimtextilien, Bilderrahmen. Oberbürgermeister Matthias Braun hat errechnen lassen, dass ein solches Center 37,2 Millionen Euro Umsatz pro Jahr braucht, um mit Gewinn zu arbeiten. Dieser Umsatz soll zu einem großen Teil aus dem Einzugsbereich von Achern, Kehl, Lahr und Oberkirch kommen.

Ein Gutachten des Regierungspräsidiums prognostiziert, dass in Oberkirch für Möbel rund zwölf Prozent weniger ausgegeben würde, der Verlust bei Küchen, Leuchten und Teppichen läge bei rund zehn Prozent. Für Achern, Lahr und Kehl fallen die Schätzungen noch negativer aus. Das Zentrum schadet dem Ländlichen Raum”, formulierte es CDU-Stadtrat Georg Wolf. “Auch wir sehen das kritisch”, erklärte Braun und ging auf die Pläne der Stadt ein, die Innenstadt zur Fußgängerzone mit attraktiven Geschäften machen zu wollen sowie die B-28-Umgehungsstraße fertig sei. Hinzu käme, dass es ja bereits Ikea Straßburg gebe – also: kein neues Einrichtungshaus in Offenbach.

 

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