Ikea erweitert lukratives Objektgeschäft

On 22. August 2012 by Detlef Rochow

Seit kurz vor Mitternacht stehen die Ticker nicht mehr still: Ikea will in Hamburg eigenen Stadtteil bauen, titelt das naturgemäß bestinformierte Hamburger Abendblatt. Da ein vergleichbares Projekt bereits vor Wochen für London angekündigt worden war, müssen wir jetzt genauer hinsehen:

Ikea hat neben der bekannten Möbelkette auch eine Ikea Immobilientochter Landprop sowie die Ikea-Schwester Inter Ikea. Und die suchen nun auch in Hamburg eine Fläche, groß genug für einige Hundert Wohnungen, Hotels und Büros: Gesucht sind rund fünf Hektar Fläche, gern in Flughafen-Nähe oder beim Stadtzentrum; ideal wären Brachflächen.

Hier hilft das Hamburger Abendblatt: „Nach Abendblatt-Recherchen kommen für ein Projekt dieser Größenordnung etwa Flächen im Gewerbegebiet Hamm/Rothenburgsort oder Billbrook infrage. Inter Ikea sucht nach brachliegenden Grundstücken oder solchen mit zum Abriss freigegebenen Gebäuden; Bestandsobjekte kommen für den Konzern nicht infrage.“ Natürlich nicht, da müssten die Ikea-Gestalter dann Rücksicht auf Geschichte und gewachsene Strukturen nehmen und womöglich Mieter, die nicht zum Ikea-Konzept passen, übernehmen.

Aber keine Panik: „Ein konkretes Gestaltungskonzept für die ‚Ikea-City’ in der Hansestadt will das Unternehmen gemeinsam mit den Behörden erarbeiten.“ Egal ob gemeinsam, was ja immer besser wäre, oder nicht: auch in Hamburg hat das Amt für Stadtentwicklung und Umwelt bei der Planung von ganzen Stadtvierteln ein Wörtchen mitzureden. Dort weiß man allerdings noch nichts von den Überlegungen des Möbelgiganten. So klingt es schal, wenn Landprop-Manager Harald Müller laut Hamburger Abendblatt versichert: „Wir möchten die Neubauten ins Stadtleben integrieren und keinen Elitewohnraum schaffen.” Und warum Hamburg? Nochmals Müller: Hamburg ist “eine der Prioritätsstädte in Deutschland, in denen wir aktiv Grundstücke suchen und hoffentlich bald fündig werden“. Das kann man unter  themenportal.de lesen.

Was sagen die Hamburger zu diesen Aussichten? Das Abendblatt hat nachgefragt: Ikea will in Hamburg einen ganzen Stadtteil mit Wohnungen und Geschäften bauen. Finden Sie das gut? 60 Prozent sagt ja, 40 Prozent sind dagegen.

IKEA Möbelhaus Altona

In Altona ist die Filiale des Möbelhaus IKEA in City-Lage nicht zu stoppen, nur zu verzögern.

Das ist eigentlich egal, denn Ikea scheint letztlich zu bekommen, was immer es will: Ende 2009 war die Bevölkerung in Hamburg Altona gespalten – für oder gegen eine Filiale in der City? So schrieb es „Altona-Info“. Ein Bürgerbegehren wurde auf den Weg gebracht, wichtige Hürden zur Verhinderung des Baues genommen – verhindert hat dies den Bau nicht, aber verzögert. Am  19. Juni musste das Abendblatt erneut schreiben: „Ikea-Bau in Altona verzögert sich um fast ein Jahr“.

Hinter den Ikea-Plänen steht ein klares Konzept: Ein vergleichbares Projekt hat Ikea für das Londoner East End vor. Auf elf Hektar Fläche – also gut doppelt so groß wie für Hamburg vorgesehen – sollen südlich des Olympiaparks rund 1.200 Wohnungen, Büros, Hotels und Gewerbeflächen entstehen. Sie sollen innerhalb der kommenden fünf bis sechs Jahre gebaut werden. Weitere westeuropäische Großstädte hat Inter Ikea bereits ins Visier genommen. Ergänzt werden diese Überlegungen durch Pläne, ins Hotelgeschäft einzusteigen. Nochmals Müller: Wir wollen ab nächstem Jahr an in ganz Westeuropa mindestens 100 Hotels und Studentenwohnheime errichten”.

Ikea Möbelhaus Einrichtungen

Foto IKEA: So schön kann wohnen sein – bald auch in IKEA-City in London, in Hamburg – und bald auch in Ihrer Nähe.

Ikea ist eine Erfolgsgeschichte für sich – und immer in Deiner Nähe: IKEA Augsburg, IKEA Berlin-Lichtenberg, IKEA Berlin-Spandau , IKEA Berlin-Tempelhof, IKEA Berlin-Waltersdorf, IKEA Bielefeld, IKEA Braunschweig, IKEA Brinkum, IKEA Chemnitz, IKEA Dortmund, IKEA Dresden, IKEA Düsseldorf, IKEA Duisburg, IKEA Erfurt, IKEA Essen, IKEA Frankfurt, IKEA Freiburg, IKEA Großburgwedel, IKEA Halle/Leipzig, IKEA Hamburg-Moorfleet, IKEA Hamburg-Schnelsen, IKEA Hanau, IKEA Expo-Park Hannover, IKEA Kaarst, IKEA Kamen, IKEA Kassel, IKEA Kiel, IKEA Koblenz, IKEA Köln-Am Butzweilerhof, IKEA Köln-Godorf, IKEA Ludwigsburg, IKEA Mannheim, IKEA München-Brunnthal, IKEA München-Eching, IKEA Nürnberg/Fürth, IKEA Oldenburg, IKEA Osnabrück, IKEA Regensburg, IKEA Rostock, IKEA Siegen, IKEA Sindelfingen, IKEA Ulm, IKEA Wallau, IKEA Walldorf, IKEA Würzburg

Viele Möbelbauer kämpfen um die lukrativen Aufträge ganze Wohnanlagen, Hotels, Büros ausstatten zu dürfen. Denn dieser Markt ist zwar hart umworben, Abschläge sind auch hier an der Tagesordnung, aber Aufträge über hunderte von Schlafzimmern, Küchen, Wohnraummöbel oder tausend Büroeinrichtungen erlauben Prozesse zu optimieren und sichert die Auslastung für Monate – nimmt also dem volatilen Geschäft die Spitzen. Bleibt also die Frage: Erfüllt sich Ikea den Traum aller Möbelhersteller? Baust Du schon – oder träumst Du noch?

Und hier geht es zu Ikea Deutschland: www.ikea.com/de/de/

Detlef Rochow

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