Die Hantel – Designermöbel – modular, praktisch und schön

On 7. November 2013 by Detlef Rochow

Eine schöne Regalwand – luftig aus mitteldichten Faserplatten in der familieneigenen Schreinerwerkstatt fachmännisch gefertigt – ist freundlich hell und in vielen Farben erhältlich. Vitrinen mit Plexiglasfronten unterbrechen die großen, offenen Fächer. Ein in dunklem Holz gearbeiteter an ein umgedrehtes U erinnernder Streifen gibt der Regalwand ein unverwechselbares Aussehen – und der Clou?

Zieht man dieses U zu sich heran, kommt ein Tisch – massiv und stabil – zum Vorschein. Setzt man sich zudem auf die eckigen Plexiglas-Barhocker meint man ein déjà-vu-Erlebnis zu haben: Denkt man sich die Sitzkissen weg, erkennt man die Vitrinen der Schrankwand wieder. Aufmerksam geworden, werden die Bänke zu liegenden Barhockern oder eben Vitrinen, mehrere aneinander gestellt zum Bett: Claudia Mayerhofer aus Chorherrn, eine halbe Stunde nordwestlich von Wien gelegen, hat ein Faible für praktische, multifunktional einsetzbare Möbelbausteine, die auch noch schön sind und fachmännisch gefertigt wurden.

Kein Wunder, das Praktische liegt ihr im Blut, der Wille zu höchster Qualität und ehrlicher Schreinerarbeit dürfte sie in der elterlichen Bau- und Möbeltischlerei gelernt haben, die Holz- und Möbelbauschule in Mödling dürfte ein übriges getan haben, Möbeldesign hat sie anschließend am College in St. Pölten gelernt – inzwischen wohl auch zur Freude des Vaters, der sie ursprünglich auf eine Haushaltsschule schicken wollte.

© Foto: Claudia Mayerhofer. „Die Hantel“ auf der Blickfang Wien Ende Oktober gleich im Hauptsaal: Rechts im Bild, das neue Regal-Tisch-Hocker-Bank-Vitrine-System, das erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Die Unternehmerin, die seit 2001 „Möbel für diverse (u.a. schwedische) Möbelhäuser“ entwirft, wie auf ihrer Website zu lesen ist, setzt auf die „elementaren Möbeltypen wie Stuhl, Tisch, Liege, Regal und Schrank“. Sie bestimmen ihre Arbeit. Seit gut sieben Jahren arbeitet Claudia Mayerhofer eng mit dem familiären Tischlerunternehmen Mayerhofer zusammen und sie beschäftigt sich mit Innenarchitektur.

Nicht von ungefähr: Nach ihrer Ausbildung arbeitete Claudia Mayerhofer ein Jahr lang in einem Planungsbüro in Sydney, verbreiterte ihr Wissen und ihre Fähigkeiten in einem weiteren Jahr im Norden Englands, in New Castle bei einem Architekten. Das halbe Jahr in Vietnam „war rein privat“, wie Mayerhofer erklärte, da hat sie in Hải An, einer Küstenstadt im Norden des Landes mitgeholfen, Häuser aufzubauen. Seither arbeitet sie für ihr eigenes Unternehmen und in der Bau- und Möbeltischlerei des Vaters mit.

Dass das ganz schön anstrengend sein kann, zeigt sich bei Terminkollisionen: Die Möbeltischlerei musste bis zum 24. Oktober für die Wiener Kammerspiele den Boden sowie die Treppen und Handläufe liefern und einbauen – „eben alles aus Holz“ wie Mayerhofer betont. Die Kammerspiele bezeichneten dies als historisches Datum nach Monaten des „kompletten Umbaus“ und der „europäischen Erstaufführung des Musicals CATCH ME IF YOU CAN“ mit der die Wiedereröffnung im großen Rahmen zelebriert wurde.

„Die Hantel“ präsentierte ihr zweites Produkt vom 18. – 20. Oktober auf der Blickfang Wien. Die Messe schreibt als Fazit: „Trotz strahlendem Sonnenschein stürmten 13.000 designbegeisterte Besucher das MAK (Museum für Angewandte Kunst, Wien; Anm. der Red.). Unser Erfolgskonzept – junge, unabhängige DesignerInnen ohne Umwege mit den Endkunden zusammenzubringen – ging auch im Jubiläumsjahr auf.“ Und Claudia Mayerhofer sagt: „Den Standaufbau haben wir in der Nacht zum 18. gemacht.“ Sagt sie und lacht.

Dass der Stand fertig geworden ist, ist keine Überraschung – wenn Claudia Mayerhofer etwas will, schafft sie es auch; dass das neue Regal-Tisch-Hocker-Bank-Bett-System noch keinen Namen hat, erstaunt auch nicht, das ist ihr nicht so wichtig – wichtiger ist, dass es gut gearbeitet, mit viel Überlegung gestaltet ist und dass es sich gut verkaufen wird (was aber auch keine Überraschung wäre).

Als Einsatzgebiete dieses neuartigen, modularen Systems sieht die Möbeldesignerin, beispielsweise den Home Office Bereich oder in Besprechungsecken kreativ tätiger Unternehmen wie Agenturen, die das Besondere suchen. Auch im Warteraum und Eingangsbereich von Unternehmen lassen sich Regalwände mit ausziehbaren Tischen vorstellen; einfach überall, wo zeitlich begrenzt gearbeitet wird oder spontan Meetings abgehalten werden – oder wo Arbeitsraum knapp ist.

Dieses neue System ist bereits das zweite Produkt des noch jungen Unternehmens. Das erste ist „Die Hantel“ – ein dem Unternehmen seinen Namen gebendes modulares System (siehe Titelbild): Die Bausteine lassen an eine eckige Hantel denken und werden ohne weitere Hilfsmittel in einander gesteckt zu Regalen, Raumteilern, Schreibtisch-Büroeinrichtungen. Die Module können im Internet bestellt werden. (Dies ist aber das Thema eines anderen Artikels),

Angemerkt sei nur noch: Die Idee zur Hantel hatte Claudia Mayerhofer bei einem Besuch in Cuxhaven, im Fitness-Studio ihrer Freundin Alexandra. Geht es nach Claudia, dann ist das ein Name, den wir uns merken sollten. Denn Alexandra soll für „Die Hantel“ und für Wien gewonnen werden. Und damit verrate ich hoffentlich nicht bereits zuviel.

Das Credo der Firmengründerin Claudia Mayerhofer: „Gutes Handwerk braucht professionelle Handarbeit, erstklassige Rohstoffe und ein wenig Grips.
“ So entstehen schön gestaltete Möbel, die aufgrund ihrer modularen Bauweise individuell vielen Bedürfnissen angepasst werden können und dennoch erschwinglich sind.

Die Hantel
Claudia Mayerhofer

A 3430 Chorherrn

Tulbingerstrasse 9

Tel: +43/(0)676/755 37 89

claudia@die-hantel.com 


www.die-hantel.com

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Detlef Rochow

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